(c) Pedro Malinowski

NEUE PHILHARMONIE WESTFALEN – „PAARE“

Leitung: Marc Piollet
Solist: Prof. Sebastian Schmidt, Violine und Prof. Bernhard Schmidt, Violoncello

 

Johannes Brahms: Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102
Albert Roussel: Bacchus et Ariane op. 43 – Suite Nr. 2
César Franck: Psyché

 

Mit einer herrlichen gemeinsamen Stimme singen sie im Andante des Brahms’schen Doppelkonzerts: Geige und Cello vereint im Wohllaut.

Doch so harmonisch geht es zwischen den beiden Partnern nicht immer zu. In den Ecksätzen geben sie sich auch spöttische Widerworte. Brahms konnte das selbst sehr gut – und hatte auch seinen Freund, den Geiger Joseph Joachim, gekränkt. Mit dem Doppelkonzert streckte er ihm die Hand zur Versöhnung aus.

Die Geschwister Sebastian Schmidt und Bernhard Schmidt sind als Mitglieder des renommierten Mandelring Quartetts ein bestens aufeinander eingespieltes Team. Der französische Dirigent Marc Piollet ist aktuell beim Atlanta Symphony Orchestra, der Deutschen Oper am Rhein oder den Stuttgarter Philharmonikern zu Gast. Er wird zwei mythologische Paargeschichten von Komponisten seiner Heimat dirigieren: In Albert Roussels „Bacchus et Ariane“ erobert der Gott des Rausches und des Weines die auf einer Insel ausgesetzte Ariadne. Bacchus kommt auf einem prächtigen Schiff daher – damit kannte sich Roussel aus, war er doch in jungen Jahren Marineoffizier.

César Franck (eigentlich Belgier) wählte die Liebe zwischen der schönen Königstochter Psyche und dem einschlägig bekannten Gott Amor für seine melodisch blühende spätromantische Tondichtung: französische Sinnlichkeit mit einem Schuss Wagner’scher Ekstase.

 

Der 1962 in Paris geborene Dirigent Marc Piollet studierte an der Hochschule der Künste in Berlin. Meisterkurse bei John Eliot Gardiner, Michael Gielen und Kurt Masur prägten seinen Werdegang.

1995 war er alleiniger Preisträger beim Dirigentenforum des Deutschen Musikrates. Nach Stationen als Erster Kapellmeister beim Philharmonischen Staatsorchester Halle und am Staatstheater Kassel war er 2003 bis 2005 Musikdirektor an der Volksoper Wien. Von 2004 bis 2012 feierte er als Generalmusikdirektor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden große Erfolge mit Wagners komplettem Ring und Neuinszenierungen von Don Carlos, Elektra, Falstaff, Faust, Fidelio, Freischütz, Idomeneo, La Bohème, Lohengrin, Lulu, Rigoletto, Rosenkavalier, Salome, Simon Boccanegra, Tristan und Isolde und Tosca. Gastengagements führen Marc Piollet an bedeutende Opernhäuser.

Zu Beginn der Spielzeit 2013/2014 dirigierte er Dietrich Hilsdorfs vielbeachtete Neuinszenierung von Eugen Onegin an der Oper Köln und gab im Juni 2014 sein umjubeltes Operndebüt in den USA an der Cincinnati Opera mit Carmen. Seit einigen Jahren verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Teatro Real in Madrid. Dort gastierte er mit Massenets Don Quichotte und C(h)oeurs, einer Produktion des belgischen Choreographen Alain Platel mit Musik von Giuseppe Verdi und Richard Wagner. Neben seinen Opernerfolgen ist Marc Piollet auch für das symphonische Repertoire sehr gefragt und konzertiert weltweit mit renommierten Orchestern.

Seit vielen Jahren engagiert sich Marc Piollet intensiv für den Orchesternachwuchs, so leitet er u. a. regelmäßig Arbeitsphasen der von ihm noch während seiner Studienzeit gegründeten Jungen Sinfonie Berlin. In seiner Amtszeit als Wiesbadener Generalmusikdirektor setzte er sich tatkräftig für die Gründung der Orchesterakademie des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden ein; seit 2010 können dort talentierte junge Musiker wertvolle Orchestererfahrungen sammeln.

 

Prof. Sebastian Schmidt, Schüler von Prof. Ulf Hoelscher, wurde in Neustadt an der Weinstraße geboren. Ersten Violinunterricht erhielt er im Alter von sieben Jahren bei Ferdinand Hoelscher. Im Alter von 14 Jahren wurde er Jungstudent in Würzburg bei Max Speermann. Nach dem Abitur studierte er als einer der ersten Schüler von Ulf Hoelscher in Karlsruhe. Ein Stipendium des DAAD ermöglichte ihm ein Studienjahr in Bloomington/ Indiana (USA) bei Nelli Shkolnikova und Josef Gingold. Meisterkurse bei Yfrah Neaman (London) und Vladimir Landsman (Montréal) sowie zahlreiche Kammermusikkurse rundeten seine Ausbildung ab.

Prof. Sebastian Schmidt unterrichtet an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Die Kammermusik bildet für Sebastian Schmidt schon seit mehr als 20 Jahren den Schwerpunkt seiner musikalischen Arbeit.

Als Primarius des Mandelring Quartetts gewann er die internationalen Wettbewerbe in München (ARD), Evian und den Paolo- Borciani-Wettbewerb in Italien. Seitdem führt ihn intensive Konzerttätigkeit in die Musikzentren weltweit. Neben zahlreichen Konzerten in ganz Europa reist das Quartett regelmäßig nach Nord- und Südamerika (New York, Los Angeles, Buenos Aires, Lima), Japan (Osaka, Tokyo), Asien und in den Nahen Osten. Darüber hinaus ist es gern gesehener Gast bei großen Festivals (Schleswig-Holstein, Salzburger Festspiele).

 

Prof. Bernhard Schmidt stammt aus einer Musikerfamilie. Schon früh sammelte er kammermusikalische Erfahrungen mit seinen Geschwistern, mit denen er später das Mandelring Quartett gründete.

Seine Studien führten ihn an die Hochschule für Musik in Karlsruhe zu Annemarie Speermann-Dengler. Als Stipendiat der Herbert von Karajan-Stiftung wirkte Bernhard Schmidt in zahlreichen Konzerten des Berliner Philharmonischen Orchesters unter verschiedenen namhaften Dirigenten mit. Im Rahmen von Meisterkursen bekam er musikalische Anregungen u. a. durch David Geringas, André Navarra, Zara Nelsova und Heinrich Schiff.

Das Mandelring Quartett bildet für Bernhard Schmidt schon seit fast dreißig Jahren den Schwerpunkt der musikalischen Arbeit. Mit dem Quartett gewann er mehrere europäische Musikpreise. Intensive Konzerttätigkeit führt das Mandelring Quartett in die Musikzentren weltweit, so wird es neben zahlreichen Konzerten in ganz Europa regelmäßig zu Tourneen nach Nord- und Südamerika, Asien und Israel eingeladen. Darüber hinaus ist das Mandelring Quartett gern gesehener Gast bei großen Festivals. Zahlreiche CDs wie Schubert- und Brahms-Serien, eine Gesamteinspielung der 15 Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch sowie die Aufnahme der Streichquartette von Janácˇek fanden ein hervorragendes Kritikerecho und wurden vielfach ausgezeichnet. Aktuelles Projekt ist die Einspielung der gesamten Streicherkammermusik von Mendelssohn auf 4 CDs. Neben den Auftritten mit dem Streichquartett konzertiert Bernhard Schmidt auch in anderen Kammermusikformationen und im Duo mit Klavier.

Termin

Freitag, 28.04.2017, 19:30 Uhr

Eintrittskarten und Vorverkauf

Eintritt: ab 26,50 € + Geb.
VVK: Saalbaukasse und Online-Ticket-Shop sowie an allen bekannten CTS-VVK-Stellen

Veranstaltungsort

Saalbau Witten
Bergerstraße 25
58452 Witten

Veranstalter

Kulturforum Witten

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