"Kunst & Kohle"

Ein Ausstellungsprojekt der RuhrKunstMuseen

2. Mai - 16. September 2018

17 RuhrKunstMuseen nehmen das Ende der Steinkohleförderung zum Anlass für das größte städteübergreifende Ausstellungsprojekt, das je zu diesem Thema umgesetzt wurde. In 13 Städten der Metropole Ruhr werden von Mai bis September 2018 zeitgleich künstlerische Positionen gezeigt, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema „Kohle“ auseinandersetzen – wiederkehrende inhaltliche und formale Elemente der Kunstwerke sollen die Ausstellungsorte zu einem großen Ganzen verbinden.

Mit dem Kohleausstieg endet 2018 in Deutschland mehr als ein bedeutender Industriezweig: Das Kapitel einer über 150 Jahre andauernden Geschichte schließt, die insbesondere das Gesicht des Ruhrgebiets, das Selbstverständnis seiner Bewohner und die Entstehung seiner einmaligen Kunst- und Kulturlandschaft bestimmt hat. Die mit dem Bergbau verbundenen Facetten der Region – die von der Industrie geprägte Landschaft, die harte körperliche Arbeit unter Tage, das Material Kohle an sich, der unprätentiöse und solidarische Menschenschlag, der Strukturwandel – inspirieren und faszinieren Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt seit jeher. Vor diesem Hintergrund führen die RuhrKunstMuseen zum Ende der Steinkohleförderung künstlerische Positionen unter dem Ausstellungstitel „Kunst & Kohle“ zusammen, die sich sowohl retrospektiv als auch perspektivisch der Frage nach der kulturellen Dimension dieses Einschnitts widmen.

 

Beteiligte Museen:

Kunstmuseum Bochum - Museum unter Tage in Bochum - Josef Albers Museum Quadrat Bottrop -  Museum Ostwall im Dortmunder U - Museum DKM, Duisburg - Lehmbruck Museum, Duisburg - MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg - Museum Folkwang Essen - Kunstmuseum Gelsenkirchen - Emschertal-Museum Herne - Flottmann-Hallen Herne - Skulpturenmuseum Glaskasten Marl -  Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr - LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen - Kunsthalle Recklinghausen - Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna - Märkisches Museum Witten

    

Dank der großzügigen Unterstützung der RAG-Stiftung, der Brost-Stiftung, des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Kunststiftung NRW wird dieses Ausstellungsprojekt der RuhrKunstMuseen realisierbar. Abgerundet wird es durch ein umfangreiches Vermittlungsprogramm und Begleitveranstaltungen, die den Stellenwert des Bergbaus auch in der Musik, dem Film, dem Theater und der Literatur verdeutlichen.

 

Weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“ finden Sie ständig aktualisiert unter www.ruhrkunstmuseen.com

 

 

"Vom Auf- und Abstieg"
im Märkischen Museum Witten

Die Ausstellung "Vom Auf- und Abstieg" präsentiert drei künstlerische Positionen, die sich mit den Anfängen des Kohleabbaus im Ruhrgebiet und den damit verbundenen Hoffnungen und resultierenden Wohlstand auseinandersetzen. Dabei werden das stereotype Leben vor Ort und die dazugehörende Infrastruktur demonstriert. Zudem wird in der Ausstellung eine zeitliche und geografische Brücke vom historischen und gegenwärtigen Ruhrgebiet ins globale Geschehen geschlagen. In vielen ehemaligen Kohleabbaugebieten erfolgte aufgrund des Wegfalls von Arbeit und Wohlstand ein Wandel, der teilweise in Armut und Orientierungslosigkeit mündete.

 

Vom Standort Witten als Ursprungsort des Kohleabbaus im Ruhrgebiet ausgehend, erarbeitet der Bildhauer und Installationskünstler Clemens Botho Goldbach (geb. 1979) Räume, die beispielsweise Themen, wie den ersten Steinkohlefund im Muttental und den handwerklichen Abbau seit dem frühen 16. Jahrhundert aufgreifen. In die Installationen werden kulturhistorische Objekte und Kunstwerke aus dem Besitz des Märkischen Museums miteinbezogen. In zwei weiteren Ausstellungsräumen äußert sich der Bildhauer und Objektkünstler Olaf Metzel (geb. 1952) durch Skulptur und Installation kritisch und provokant zu den Klischees und der tatsächlich zeitgenössischen Kultur der Region. Der ukrainische Fotograf Alexander Chekmenev (geb. 1969) hat sich mit den Menschen im Kohleabbaugebiet der Donbass-Region (Ukraine) beschäftigt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden über die Hälfte der Minen geschlossen. Er dokumentiert in seiner Arbeit auf beeindruckende und berührende Weise das Leben der dortigen Kohlearbeiter und verbildlicht drastisch die Härte der dortigen Lebensumstände.

Projektförderer: