Anna Holzhauer - An den Rändern der Dinge

Mit der Ausstellung "An den Rändern der Dinge" präsentiert das Märkische Museum Witten erstmalig Arbeiten der Künstlerin Anna Holzhauer. Die 1980 geborene Künstlerin studierte an der Kunsthochschule Kassel und war Meisterschülerin bei Alf Schuler. 2010 machte sie ihren Abschluss und erhielt den Kasseler Kunstpreis der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung sowie das Georg-Meistermann-Stipendium. Die Künstlerin arbeitet konzeptionell, wobei ihre bevorzugten Medien Skulptur und Zeichnung sind. Beide Gattungen bewegen sich in Thema und Motiv stets im fließenden Übergang zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.

In der Wittener Schau zeigt die Künstlerin ausschließlich neuere Skulpturen und Installationen, die sich auf den Raum beziehen sowie mit und in ihm agieren, um neue Wahrnehmungsebenen im Betrachter zu erzeugen. Die bedachte Inszenierung der Arbeiten im Raum fordert den Besucher auf, sie von allen Seiten zu betrachten, um so unterschiedliche Perspektiven des Werkes und des Raumes zu erleben. Durch die Künstlerin gefertigte architektonische Elemente und unbeachtete Alltagsgegenstände werden ebenso konfrontierend im Raum platziert wie die abstrakte Installation. Doch auch hier sind bei genauerer Auseinandersetzung mit dem Werk Fragmente von Bekanntem auffindbar. Ihre bildhauerischen Objekte sind nie direkte Abbildungen von bekannten Formen oder Gegenständen sondern immer nur Annäherungen, die irritierend wirken und vielerlei Assoziationen zulassen. Anna Holzhauer weckt und fordert zugleich das Vorstellungsvermögen des Betrachters durch ihre Arbeiten. Einige Oberflächen ihrer Skulpturen wirken wie Stein und Beton und lassen so Massivität und Schwere geradezu spürbar werden. Tatsächlich sind sie aber aus leichten Materialien wie Kunststoff, Ton, Styropor und Armierungsspachtel gefertigt.

Die Künstlerin hat eine eigene Formensprache entwickelt, die Abstraktes und Gegenständliches in ihren Zeichnungen und Skulpturen vereint. Durch die Abstraktion von Formen zeigt sie ein Herantasten an gegenständliche Darstellungen, die aber immer eine Interpretation durch den Betrachter fordern.

Anna Holzhauers Arbeiten resultieren aus einer sehr speziellen Wahrnehmung von Realität. Erin-nerungsfragmente gesehener Bilder, erst zeichenhaft notiert, entwickeln sich zu neuen „Dingen“ mit einem Eigenleben jenseits vertrauter Wahrnehmungsprozesse. Seltsam isoliert im Raum stehend, wie Fremde, vermitteln sie Nähe und Distanz in einem. (Doris Kaiser)

Die Ausstellung „An den Rändern der Dinge“ ist ein Kooperationsprojekt mit dem Stadtmuseum Hattingen-Blankenstein. Ende Februar 2014 eröffnet eine große Überblickschau der Künstlerin in den Wechselausstellungsräumen des Stadtmuseums. Es erscheint im Rahmen des Ausstellungsprojektes eine Publikation, die das künstlerische Schaffen von Anna Holzhauer dokumentiert.