Die 1885 eingeweihte und am 9. November 1938 zerstörte Wittener Synagoge (rechts) neben dem Ruhr-Gymnasium im Jahr 1911. Foto: Ernst Roepke / Repro: J. Fruck, Fotosammlung Stadtarchiv

Kritik an antisemitischen Verschwörungsideologien und –mythen (Vortrag)

Der Politikwissenschaftler Jan Rathje (Amadeu Antonio Stiftung) wird am Mittwoch, 11 April 2018, ab 19.30 Uhr einen einführenden Vortrag zum Thema „Kritik antisemitischer Verschwörungsideologien und –mythen“ im Soziokulturellen Zentrum „Trotz Allem“, Wideystraße 44 in Witten halten.

Der Mythos von der „jüdischen Weltverschwörung“ trägt seit Jahrhunderten dazu bei, das Weltbild seiner Anhängerinnen und Anhänger zu prägen. Auch aktuelle Verschwörungsnarrative verbergen ihren antisemitischen Kern hinter Codes und Chiffren. Man begegnet ihnen auf Demonstrationen, in Medien und in den sozialen Netzwerken. Jan Rathje wird in seinem Vortrag die strukturellen und funktionalen Parallelen zwischen Antisemitismus und Verschwörungsideologien sowie deren Ursachen aufzeigen. Anschließend werden Handlungsoptionen diskutiert.

Jan Rathje studierte in Potsdam und Greifswald mit den Schwerpunkten Rechtsextremismus und Politische Theorie. Von 2013 bis 2014 war er in der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus tätig. Seit 2015 leitet er das Projekt „No World Order. Handeln gegen Verschwörungsideologien“ zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Verschwörungsideologien.

 

Trauriges Jubiläum

Vortrag und Diskussion sind Teil einer Veranstaltungsreihe zum Thema „Antisemitismus und Erinnerungskultur“. Veranstalter ist das Soziokulturelle Zentrum „Trotz Allem“ in Kooperation mit dem Stadtarchiv Witten und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Witten anlässlich der nationalsozialistischen Novemberpogrome 1938 vor 80 Jahren. Von den gewaltsamen Ausschreitungen im November 1938 waren auch Wittener Jüdinnen und Juden betroffen und die 1885 eingeweihte Wittener Synagoge wurde von Nationalsozialisten niedergebrannt.

Die Veranstaltungsreihe wird aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben“ für das Jugendforum und mit freundlicher Unterstützung des Wittener Ortsverband Bündnis 90 / Die Grünen gefördert.

Wann: Mittwoch, 11. April 2018 ab 19.30 Uhr
Wo: Soziokulturelles Zentrum „Trotz Allem, Wideystraße 44, 58452 Witten
Eintritt frei

 


Bildnachweis: Die 1885 eingeweihte und am 9. November 1938 zerstörte Wittener Synagoge (rechts) neben dem Ruhr-Gymnasium im Jahr 1911. Foto: Ernst Roepke / Repro: J. Fruck, Fotosammlung Stadtarchiv