Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof in Tröbitz (2015); Quelle: Jesco Denzel, Gedenkstätte Bergen-Belsen

Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

Öffentliche Veranstaltung mit Kranzniederlegung am ehemaligen KZ-Außenlager

Vor 72 Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit. Aus diesem Anlass sind alle Wittener Bürgerinnen und Bürger am 27. Januar (Freitag) herzlich zur Teilnahme an der Kranzniederlegung zum Holocaust-Gedenktag eingeladen. Treffpunkt ist um 11 Uhr auf der Restfläche des ehemaligen KZ-Außenlagers (Buchenwald) in Witten-Annen an der  Westfeldstraße.

 „Was wir erlitten und erlebten“ ist der Titel einer anschließenden Lesung aus den Erinnerungen der in Witten geborenen Jüdin Lotte Mayer (ab 1932 verheiratete Andorn, später Meyerstein) sowie aus einem Interview mit ihrer Tochter Susanne Andorn, das 1991 von Dr. Martina Kliner-Fruck geführt wurde. Mutter und Tochter überlebten gemeinsam das Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Der Erinnerungsbericht, der 1950 von Lotte Meyerstein geborene Mayer nach ihrer Auswanderung nach Argentinien verfasst wurde, beschreibt intensiv den Todeszug aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen und die Befreiung des „Verlorenen Zugs“ aus dem so bezeichneten Auffanglager von Bergen-Belsen durch Einheiten der Roten Armee bei Tröbitz im südlichen Brandenburg.  

Ort der Lesung ist die Erlöserkirche, Westfeldstraße 81, die für die Gedenkenden zu Fuß erreichbar ist. Es liest Jule Vollmer (Sprecherin und Schauspielerin). Es kommentiert Dr. Martina Kliner-Fruck (Leiterin des Stadtarchivs Witten).

Die Veranstaltungen enden gegen 13 Uhr. Organisatoren sind die Stadt Witten / Kulturforum Witten in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Witten, dem Freundeskreis der Israelfahrer Witten e. V. und der Evangelischen Kirchengemeinde Witten-Annen.


Auschwitz: Konzentrations- und Vernichtungslager

„Auschwitz“ gilt heute als Inbegriff des Bösen. Auschwitz steht symbolisch für alle Verbrechen und den millionenfachen Mord des NS-Regimes. Das größte nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager wurde 1940 auf Befehl des Reichsführers-SS und Chefs der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, etwa 60 km westlich von Krakau errichtet. Das Gelände befand sich nahe der Stadt Oswiecim im polnischen Ostoberschlesien.

Ort der Erinnerung: KZ-Restfläche Westfeldstraße in Witten-Annen

Die Restfläche des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers an der Westfeldstraße, das von Mitte September 1944 bis Ende März 1945 in Teilen als Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald diente, steht seit 1992 unter Denkmalschutz und ist heute Teil städtischer Erinnerungskultur.


Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

In der Bundesrepublik Deutschland ist der 27. Januar seit 1996 als Tag der Befreiung des KZ- und Vernichtungslager Auschwitz  ein gesetzlich verankerter Gedenktag. Er erinnert an alle Opfer, die unter der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gesellschaftlich ausgegrenzt, entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.
2005 wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. An öffentlichen Gebäuden werden die Flaggen an diesem Tag auf Halbmast gesetzt.

 

 

Bildtitel: Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof in Tröbitz (2015)

Quelle: Jesco Denzel, Gedenkstätte Bergen-Belsen

 

Der Gedenkstein, der auf dem jüdischen Friedhof 1966 in Tröbitz errichtet wurde, enthält folgende Inschrift:  „Zum Gedächtnis an die jüdischen Männer und Frauen, die noch 1945 in Tröbitz dem mörderischen Faschismus erlagen, wurde dieser Stein als Mahnung für die Lebenden gesetzt.“

Die Stadt Witten und das Kulturforum Witten danken der Gedenkstätte Bergen-Belsen für die freundliche Bereitstellung der Bildquelle.