72 Hour Interactions

72 HOUR INTERACTIONS – Jury ernannte Witten zum Austragungsort.
Das erste Echtzeit-Architektur-Festival der Region wurde vom 24. bis 27. Juli 2014 in Witten ausgerichtet. 72 HOUR INTERACTIONS ist eine Weltmeisterschaft für spielbare Architektur realisiert von Urbane Künste Ruhr mit den Künstlerkollektiven Invisible Playground und 72 Hour Urban Action.


72 HOUR INTERACTIONS
– Eine Weltmeisterschaft für spielbare Architektur ist ein weltweit einzigartiges partizipatives Festival für Architektur. Es lädt ein, mit einem Do-It-Yourself-Ansatz urbane Landschaft selbst zu gestalten. Die Weltmeisterschaft setzt hierzu auf verschiedene Formen von Bürgerbeteiligung. Seit Januar 2014 konnten sich die Bewohner der Ruhrtalstädte Hagen, Hattingen, Herdecke, Wetter und Witten sowie alle Interessierten mit konkreten Ortsvorschlägen dafür einsetzen, dass das Festival in ihre Favoritenstadt kommt. In der Jurysitzung am 9. Februar 2014 fiel die Entscheidung für Witten als Austragungsort des Festivals.

Die Jury, bestehend aus Mitgliedern der Künstlergruppen 72 Hour Urban Action und Invisible Playground sowie Nathalie Pozzi (Architektin, New York), Eric Zimmerman (Game Designer, New York) und Phillip Misselwitz (Urbanist, Stuttgart) und Vertretern von Urbane Künste Ruhr,  begründete ihre Entscheidung: „Witten bietet viele spannende, interessante Orte, die aber auch gleichzeitig verlassen und noch unverwirklicht wirken. Das ist eine hervorragende Ausgangslage, um mit 72 HOUR INTERACTIONS in diesen Orten gemeinsam mit den Spielern und Bewohnern neue Impulse zu setzen. Neben den vorhandenen Infrastrukturen waren auch die vielfältigen sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Initiativen in Witten ausschlaggebend für unsere Entscheidung.“

Folgende Kriterien wurden berücksichtigt:

 

  • Vorhandene Infrastrukturen für das Festival-Camp wie öffentliche Verkehrsmittel, Geschäfte, öffentliche Plätze für gemeinsame Treffen und die Preisverleihung
  • Räumliche Bedürfnisse, auf die im Festival reagiert werden kann
  • Vielfalt an verschiedenen urbanen Eigenschaften und Atmosphären
  • Spielerisches Potenzial
  • Potentielle Auswirkung der Spielorte auf die Spieler und Zuschauer
  • Existierende soziale und kulturelle Aktivitäten
  • Gute Sichtbarkeit und einfache Zugänglichkeit zu den Spielorten
  • Die Spielorte sollten fußläufig erreichbar sein


Dirk Steimann, Vorstand des Kulturforums Witten, freute sich über die Entscheidung: „72 HOUR INTERACTIONS stellt Witten in eine Reihe mit Bat-Yam (Israel), Terni (Italien), Stuttgart, Londonderry (Nordirland) und Roskilde (Dänemark). Dass dank der Entscheidung einer internationalen Jury dieses Echtzeit-Architektur-Festival nun nach Witten in die Ruhr-Region kommt, zeigt große Wertschätzung für das, was hier in Witten kulturelle bereits passiert und noch möglich ist. Und es ist auch eine großartige Anerkennung der Leistung der freien Szene in Witten und der Arbeit des Kulturforums! Im glücklichsten Fall führt das Projekt zu einer Aktivierung von neuen Kräften und hilft, die großen Potenziale von Kunst und Kultur in unserer Stadt aufzuzeigen.“

Während des Festivals vom 24. bis 27. Juli 2014 stellten sich die internationalen Teams vor Ort Missionen, die sich mit lokalen Fragestellungen und Bedürfnissen auseinandersetzen. In 72 Stunden, drei Tage und drei Nächte lang, arbeiteten die Teams zusammen, um das verborgene Potenzial von fünf vorab bestimmten Orten freizulegen – mit Imagination, Diskussion und körperlicher Arbeit entwarfen und realisierten sie Projekte im öffentlichen Raum. Die Mannschaften arbeiteten und schliefen vor Ort und entwickelten ihre Interventionen im urbanen Raum innerhalb einer engen Zeitvorgabe, mit kleinem Budget und auf begrenztem Raum.


72 Hour Urban Action (Tel Aviv)
72 Hour Urban Action ist weltweit der erste Architekturwettbewerb in Echtzeit. Innerhalb von drei Tagen und drei Nächten entwerfen und realisieren internationale Teams Projekte im öffentlichen Raum, die auf die städtischen Bedürfnisse vor Ort eingehen. Der erste Wettbewerb fand im September 2010 im Rahmen der Bat-Yam Biennale of Landscape Urbanism in Israel statt. Nach weiteren Stationen 2012 in Terni (Italien) und Stuttgart wurde der Wettbewerb zuletzt 2013 auf dem dänischen Roskilde Festival durchgeführt und erhielt große Aufmerksamkeit. 72 Hour Urban Action wird organisiert von Kerem Halbrecht, Gilly Karjevsky und Zahi Asa.

Invisible Playground (Berlin)

Invisible Playground ist ein Kollektiv aus Künstlern, Spiele-Machern und Spiel-Forschern. 2009 formiert, entwickelt Invisible Playground ortsspezifische Arbeiten in sehr verschiedenen Größen und Formaten, verbunden durch das Interesse, durch Spiel zu einem neuen Verständnis von Stadt und urbaner Gesellschaft beizutragen. Mit Verfahren aus experimentellem Theater und Performance-Kunst, Pop-Fiktionen, Sport, Brett- und Computerspielen, schafft die Gruppe für spielende Teilnehmer Zugänge zu den unsichtbaren Spielplätzen, die wir jeden Tag durchlaufen, ohne sie zu bemerken. Neben Spielen, Workshops und Playtesting-Events kuratiert Invisible Playground das Playpublik Festival. Invisible Playground arbeitet international mit Theatern, Museen und Festivals zusammen.

Einige Fotos der Aktion finden Sie unter "Rückblick"


www.72hourinteractions.com 
www.72hoururbanaction.com 
www.invisibleplayground.com
www.urbanekuensteruhr.de